Seit Juni 2024 gehört die Boeing 787-9 zum vertrauten Bild auf ausgewählten Langstrecken von Austrian Airlines. Für mich war der Dreamliner von Anfang an besonders spannend – schließlich bot sich damit erstmals die Gelegenheit, die Austrian Boeing 787 Business Class auf einem Langstreckenflug selbst zu erleben.
Wer meinen Blog schon länger liest oder mir auf Instagram folgt, weiß vermutlich, dass ich ein ziemlich großer Fan von Austrian Airlines bin. Gerade auf der Kurzstrecke haben mich der persönliche Service und vor allem die Kulinarik immer wieder überzeugt. Für Letztere arbeitet Austrian mit DO & CO zusammen – und auch auf der Langstrecke spielt Genuss mit Flying Chef und Wiener Kaffeehausservice eine besondere Rolle.
Umso gespannter war ich darauf, wie sich dieses Konzept auf einem rund zehnstündigen Langstreckenflug anfühlt. Kann Austrian auch hier mit Service und Kulinarik punkten? Wie gut ist die Business Class im Dreamliner wirklich? Und wie schlägt sie sich im Vergleich zu Lufthansa und SWISS?
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Für nur ein Wochenende im Austrian Dreamliner über den Atlantik nach Chicago.
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71.000 Meilen + 627 € statt regulär 7.793 € für den One-way-Flug.
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DO & CO Catering mit Flying Chef, begleitet von österreichischen Weinen und Weiner Kaffeehauskultur.
DDas
Inhaltsverzeichnis
Von Hamburg nach Wien – der Auftakt meiner Reise
Meine Reise nach Chicago beginnt bereits am Vorabend am Flughafen Hamburg. Von hier geht es zunächst mit Austrian Airlines in der Business Class nach Wien. Von der Terrasse der Lufthansa Senator Lounge (hier geht’s zum Review) habe ich einen tollen Blick auf das Geschehen auf dem Vorfeld – und auch auf den Airbus A321, der mich wenig später nach Wien bringt.
Und bereits auf diesem kurzen Zubringer zeigt sich einer der Gründe, warum ich Austrian so gerne fliege: die Kulinarik. Auch auf europäischen Strecken serviert Austrian in der Business Class ein vollwertiges Essen von DO & CO. Auf meinem Flug nach Wien gibt es klassischen Tafelspitz und zum Dessert eine Karamellcreme. Nicht nur geschmacklich, sondern auch bei der Präsentation ist das für einen innereuropäischen Business-Class-Flug schon ziemlich stark.
Nach der Landung in Wien geht es für mich allerdings noch nicht direkt weiter. Da mein Flug nach Chicago erst am folgenden Tag startet, habe ich bewusst eine Übernachtung im Moxy am Flughafen eingeplant. So kann die eigentliche Reise am nächsten Morgen ganz entspannt beginnen – ohne frühen Zubringer und mit genügend Zeit für Check-in und Lounge.
Austrian Business Class Check-in am Flughafen Wien
Nach einer kurzen Nacht im Moxy geht es für mich am nächsten Morgen zurück zum Flughafen Wien. Der Vorteil der Übernachtung direkt am Airport macht sich jetzt bezahlt: Wenige Minuten später stehe ich bereits im Terminal und kann ganz entspannt in meinen eigentlichen Reisetag starten.
Für Business-Class-Passagiere und Statusgäste bietet Austrian Airlines in Wien einen eigenen Check-in-Bereich. Schon optisch ist dieser mit dem großen roten Austrian-Schriftzug kaum zu übersehen. Innerhalb des Bereichs stehen separate Schalter für Business-Class-Gäste sowie für Senatoren und Star Alliance Gold Mitglieder zur Verfügung. Auch für HON Circle Member gibt es einen eigenen Check-in.
Da ich nur mit Handgepäck unterwegs bin, muss ich zwar keinen Koffer aufgeben, schaue vor meinem Flug in die USA aber trotzdem kurz am Check-in vorbei. Die Mitarbeiterin ist ausgesprochen freundlich und prüft noch einmal, ob alle notwendigen Einreisedokumente vorhanden sind. Neben meiner ESTA-Genehmigung für die USA weist sie mich auch auf die eTA für Kanada hin, die ich aufgrund meines späteren Weiterfluges mit Air Canada benötige.
Praktisch: Sie kann meinen anschließenden Air-Canada-Flug direkt mit meiner Buchung verknüpfen. Wenige Minuten später ist damit alles erledigt und ich kann mich auf den Weg durch die Sicherheitskontrolle und in Richtung Lounge machen.
Wie der Dreamliner zu Austrian Airlines kam
Die Geschichte der Boeing 787 bei Austrian Airlines ist durchaus spannend. Denn die ersten beiden Dreamliner mit den Kennzeichen OE-LPL und OE-LPM wurden nicht fabrikneu an Austrian ausgeliefert. Beide Flugzeuge waren ursprünglich für die chinesische Hainan Airlines vorgesehen, wurden von dieser jedoch nicht übernommen und flogen anschließend für die vietnamesische Bamboo Airways. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten stellte Bamboo Airways ihre Langstreckenflüge schließlich ein – und 2024 fanden die beiden Boeing 787-9 kurzerhand ihren Weg nach Wien.
Damit wurde gleichzeitig die bereits beschlossene umfassende Erneuerung der Austrian Langstreckenflotte vorgezogen. Die Boeing 787-9 ersetzt schrittweise die teilweise mehr als 25 Jahre alten Boeing 767 und Boeing 777. Und dabei gibt es eine interessante Verbindung zur Lufthansa: Auch deren erste fünf Dreamliner besitzen eine ursprünglich für Hainan Airlines vorgesehene Kabine. Diese Flugzeuge wechseln nach und nach innerhalb der Lufthansa Group zu Austrian. Der dritte Austrian Dreamliner, die OE-LPG, kam im Juni 2026 bereits von Lufthansa nach Wien. Wenn du mehr über den Dreamliner bei Lufthansa, die unterschiedlichen Kabinen und die eingesetzten Strecken erfahren möchtest, findest du alle Details in meinem großen Lufthansa Boeing 787 Guide.
Langfristig wird der Dreamliner zum einzigen Langstreckenmuster von Austrian Airlines. Bis zum Ende des Winterflugplans 2028/2029 soll die Flotte aus zwölf Boeing 787-9 bestehen. Die Boeing 767 und Boeing 777 werden dafür sukzessive ausgeflottet.
Austrian Senator Lounge und Terminalwechsel
Direkt nach dem Check-in geht es für mich zunächst in die Austrian Senator Lounge im Schengen-Bereich von Terminal 3. Die Lounge ist an diesem Morgen wie so oft gut besucht, einen freien Sitzplatz finde ich aber trotzdem noch. Für ein kleines Frühstück reichen mir zunächst ein Kaffee, ein Croissant und etwas Wasser – schließlich wartet später an Bord noch das deutlich spannendere kulinarische Programm auf mich.
Während ich in der Lounge sitze, erscheint schließlich auch das Abfluggate für meinen Flug nach Chicago auf der Anzeigetafel. Und das sorgt für eine kleine Überraschung: Mein Dreamliner startet heute nicht aus dem gewohnten Austrian-Bereich in Terminal 3, sondern aus Terminal 1.
Für den Wechsel zwischen den beiden Terminalbereichen steht am Flughafen Wien ein Shuttlebus zur Verfügung. Also mache ich mich rechtzeitig auf den Weg und lasse mich auf die andere Seite des Flughafens bringen.
Auch in Terminal 1 gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Zeit bis zum Abflug in einer Lounge zu verbringen. Eine davon ist die VIENNA Lounge, die unter anderem auch mit dem Priority Pass zugänglich ist und die ich bereits bei einem früheren Besuch ausprobiert habe. Hier geht’s zu meinem Review der VIENNA Lounge am Flughafen Wien.
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Austrian Lounge im Terminal 1 – C Gates
Heute entscheide ich mich allerdings für eine andere Lounge. Denn Austrian betreibt auch hier eine eigene Lounge – und genau dort verbringe ich die verbleibende Zeit bis zum Boarding meines Fluges nach Chicago.
Schon beim Betreten merkt man allerdings, dass es sich hier eher um eine Art Provisorium handelt. Die Einrichtung mit hellen Holzböden sowie roten und grünen Sesseln stammt sichtbar aus einer anderen Generation und hat mit dem aktuellen Design der Austrian Lounges in Terminal 3 nur noch wenig gemeinsam. Wirklich modern wirkt die Lounge dadurch nicht mehr. Dank der großen Fensterflächen fällt immerhin viel Tageslicht in den Raum und während meines Besuchs finde ich problemlos einen freien Sitzplatz.
Auch das gastronomische Angebot ist eher zweckmäßig und entspricht dem, was man von einer klassischen Business Lounge erwarten kann. Da ich am Vormittag zu Gast bin, wird noch Frühstück serviert. Zur Auswahl stehen unter anderem verschiedene Brötchen und Croissants, Wurst und Käse, Obst sowie einige warme Speisen. Dazu gibt es Kaffee, Softdrinks und eine Auswahl an alkoholischen Getränken.
Für die Zeit bis zum Boarding erfüllt die Lounge damit ihren Zweck vollkommen. Wer allerdings die moderneren Austrian Lounges in Terminal 3 kennt, sollte hier keine vergleichbare Atmosphäre erwarten. Für einen längeren Aufenthalt würde ich persönlich wahrscheinlich die VIENNA Lounge bevorzugen.
Lange bleibt mir ohnehin nicht mehr: Wenig später mache ich mich auf den Weg zum Gate – und dort wartet endlich die Boeing 787-9, wegen der ich überhaupt nach Chicago fliege.
Boarding nach Chicago
Rechtzeitig vor dem Boarding mache ich mich auf den Weg zum Gate. Bei Flügen in die USA sollte man schließlich noch etwas zusätzliche Zeit einplanen, da vor dem Abflug noch einmal die Reisedokumente und Einreisevoraussetzungen kontrolliert werden.
Am Gate wartet bereits der Dreamliner für meinen Flug nach Chicago. Fast zeitgleich steht mit einer Boeing 777 ein weiteres Austrian Langstreckenflugzeug bereit, das sich wenig später auf den Weg nach New York macht. Ein schöner direkter Vergleich zwischen alter und neuer Generation der Austrian Langstreckenflotte.
Das Boarding beginnt zunächst mit Familien mit kleinen Kindern sowie Passagieren, die Unterstützung benötigen. Anschließend folgen HON Circle Member, bevor Business-Class-Passagiere sowie Senatoren zum Einsteigen aufgerufen werden. Für mich geht es damit endlich an Bord der Boeing 787-9 – und ich bin vor allem gespannt darauf, den Super Diamond Sitz erstmals bei Austrian selbst auszuprobieren.
Austrian Boeing 787 Business Class – Kabine und Sitz
Wer beim Einstieg eine komplett neu für Austrian entwickelte Business Class erwartet, wird schnell feststellen: Die Kabine hat eine Vorgeschichte. Wie bereits erwähnt, waren die ersten beiden Dreamliner ursprünglich für Hainan Airlines vorgesehen. Austrian hat deshalb auch deren bestehende Business-Class-Konfiguration übernommen.
Im vorderen Bereich der Boeing 787-9 befinden sich zwischen Tür 1 und Tür 2 insgesamt 26 Business-Class-Sitze in sieben Reihen. Verbaut ist der bekannte Collins Aerospace Super Diamond, ein Reverse-Herringbone-Sitz in einer 1-2-1-Konfiguration. Damit hat jeder Passagier direkten Zugang zum Gang.
Und darüber freue ich mich durchaus. Denn der Super Diamond gehört schon seit Jahren zu meinen persönlichen Lieblingssitzen in der Business Class. Ich kenne ihn unter anderem aus der Air Canada Business Class im Dreamliner – hier geht’s zu meinem Review – und mag vor allem die Kombination aus viel persönlichem Raum, direktem Gangzugang und der zum Fenster ausgerichteten Sitzposition.
Für meinen Flug nach Chicago habe ich mich für Sitz 5F auf der rechten Seite der Kabine entschieden. Bei einem Tagesflug Richtung Westen ist das für mich die angenehmere Seite, da die Sonne nicht permanent durch die Fenster in die Kabine scheint.
Mein erster Eindruck fällt ausgesprochen positiv aus. Durch die großen Fenster des Dreamliners wirkt die Kabine angenehm hell und luftig. Die Sitze sind mit dunkelblauem Stoff bezogen, was mir persönlich deutlich besser gefällt als Leder. Gerade auf einem langen Flug empfinde ich Stoff als angenehmer und bequemer. Auf jedem Sitz warten bereits ein großes, weiches Kissen und eine Decke.





Auch bei den Ablagemöglichkeiten ist der Super Diamond für mich gut durchdacht. Seitlich am Sitz befindet sich ein verschließbares Staufach, in dem bei meinem Flug bereits das Amenity Kit und die Kopfhörer verstaut sind. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es eine weitere Ablagefläche; darunter befindet sich die Fernbedienung für das Entertainment-System.
Die verschiedenen Sitzpositionen lassen sich über ein Touchpanel neben dem Sitz einstellen. Für den Schlaf verwandelt sich der Sitz später in ein vollständig flaches Bett. Die Fußablage befindet sich unterhalb des Vordersitzes und bildet in der Liegeposition die Verlängerung der Liegefläche.
Welcome Drink und Abflug aus Wien
Nachdem ich mich auf meinem Platz eingerichtet hatte, dauerte es nicht lange, bis die Crew mit dem ersten Getränk vorbeikam. Ich entschied mich passend zur österreichischen Fluggesellschaft für ein Glas Sekt, dazu gab es eine kleine Schale mit Crackern. Gleichzeitig wurde bereits die Menükarte für den Flug nach Chicago verteilt – und natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, schon einmal einen ersten Blick auf das zu werfen, was DO & CO und der Flying Chef später servieren würden.
Während sich das Boarding langsam dem Ende näherte, bot sich aus meinem Fenster noch einmal ein schöner Blick auf das Geschehen am Flughafen Wien. Direkt gegenüber stand eine Boeing 777 von Austrian, die sich fast zeitgleich auf den Weg nach New York machen sollte. Zwei Generationen der Austrian-Langstreckenflotte direkt nebeneinander – die 777 und der Dreamliner, der sie in den kommenden Jahren ablösen wird.
Pünktlich verließen wir schließlich unsere Parkposition und rollten in Richtung Startbahn. Noch einmal ein Blick durch die angenehm helle Business-Class-Kabine, dann hieß es: Chicago, wir kommen.
Inflight Entertainment im Austrian Dreamliner
Für Unterhaltung auf dem rund zehnstündigen Flug nach Chicago sorgt ein großer persönlicher Bildschirm, der sich sowohl per Touchscreen als auch über die Fernbedienung am Sitz bedienen lässt. Die Darstellung ist angenehm scharf und auch die Bedienung funktionierte während meines Fluges schnell und unkompliziert.
Die Auswahl hat mir ebenfalls gut gefallen. Neben aktuellen Filmen und Blockbustern stehen verschiedene Serien, Musik und weitere Unterhaltungsangebote zur Verfügung. Austrian selbst spricht auf der Langstrecke von bis zu 400 Stunden Filmen und TV-Inhalten; angeboten werden Inhalte in insgesamt 20 Sprachen.
Ich entschied mich für die Neuverfilmung von Anaconda, die sich als ziemlich unterhaltsame Wahl für den Flug erwies. Praktisch finde ich außerdem die Fernbedienung: Während auf dem großen Bildschirm der Film läuft, lässt sich darüber parallel beispielsweise der aktuelle Flugverlauf auf der Karte verfolgen.
WLAN im Austrian Dreamliner
Austrian biete im Dreamliner eine Internetverbindung an. Sobald die Reiseflughöhe erreicht ist, steht an Bord Austrian FlyNet zur Verfügung. Besonders positiv: Das reine Messaging ist im Boeing 787 für alle Passagiere kostenlos. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 kBit/s ist das Paket für Messenger wie WhatsApp, iMessage oder Facebook Messenger gedacht.
Wer mehr als nur Nachrichten verschicken möchte, kann zwischen zwei kostenpflichtigen Premium-Paketen wählen. Zwei Stunden Premium Wi-Fi kosten 15 Euro oder 5.000 Miles & More Meilen, für den gesamten Flug werden 25 Euro oder 8.300 Meilen fällig. Beide Pakete bieten laut Austrian eine Geschwindigkeit von bis zu 4 MBit/s und eignen sich damit unter anderem zum Surfen, für E-Mails und zum Teilen von Bildern in sozialen Netzwerken.
Amenity Kit in der Austrian Business Class
Nach dem Start hatte ich schließlich etwas Zeit, mir die kleinen Annehmlichkeiten am Platz genauer anzusehen. Bereits beim Boarding lag das Amenity Kit im seitlichen Staufach meines Sitzes bereit.
Optisch gefällt mir das kleine Stofftäschchen mit seinem rot-weißen Muster durchaus gut. Der Inhalt fällt allerdings ziemlich basic aus: Schlafmaske, Socken, Zahnpflege und Ohrstöpsel – auf zusätzliche Pflegeprodukte oder Cremes verzichtet Austrian.
Essen & Genuss in der Austrian Boeing 787 Business Class
DO & CO, Flying Chef und Wiener Kaffeehaus über den Wolken: Auf kaum einen Teil meines Fluges war ich so gespannt wie auf die Kulinarik in der Austrian Business Class. Schließlich gehört gerade das Catering für mich zu den Punkten, mit denen sich Austrian innerhalb der Lufthansa Group besonders abheben kann.
Nachdem wir unsere Reiseflughöhe erreicht haben, beginnt der Service klassisch mit einem heißen Tuch. Wenig später folgt der Getränkeservice und mein Flugbegleiter deckt den Tisch für das bevorstehende Menü ein. Mit weißer Tischdecke, Porzellan und Gläsern entsteht innerhalb weniger Minuten eine Atmosphäre, die mit einem klassischen Essen an Bord nur noch wenig gemeinsam hat.
Aperitif und Amuse-Bouche
Auch beim ersten Getränk zeigt sich bereits, dass Austrian seine österreichischen Wurzeln gerne in den Mittelpunkt stellt. Auf der Karte steht zwar Champagner von Nicolas Feuillatte, mein Flugbegleiter empfiehlt mir allerdings stattdessen den Schlumberger Rosé. Dieser wird nach der traditionellen Flaschengärung – der Méthode Traditionnelle – hergestellt und sei geschmacklich sogar die interessantere Wahl. Einer solchen Empfehlung kann ich natürlich nur schwer widersprechen und bekomme sowohl ein Glas Champagner als auch ein Glas Schlumberger zum probieren.
Und tatsächlich gefällt mir der Rosé ausgesprochen gut. Dazu wird ein kleines belegtes Vollkornbrot mit Räucherlachs serviert – eine schöne Kombination und der perfekte Auftakt für das, was in den kommenden zwei Stunden noch folgen soll.
Vorspeise direkt vom Servierwagen
Noch bevor die eigentliche Vorspeise serviert wird, kommt der Flying Chef mit einem großen Brotkorb durch die Kabine. Die Auswahl kann sich sehen lassen: Verschiedene Brötchen und Brotsorten werden direkt am Platz angeboten.
Wenig später folgt für mich einer der schönsten Bestandteile des Austrian Business Class Service. Die Vorspeisen werden nämlich nicht einfach fertig angerichtet aus der Galley gebracht. Stattdessen kommen Flugbegleiter und Flying Chef mit dem Servierwagen direkt an den Platz und stellen die Vorspeise dort zusammen.
Das erinnert mich ein wenig an den Service, den man sonst beispielsweise aus der Lufthansa First Class kennt, und verleiht dem Essen noch einmal einen ganz anderen Charakter.
Zur Auswahl stehen unter anderem Tafelspitz und Schaffrischkäse. Ich entscheide mich für den Schaffrischkäse mit roten und gelben Rüben sowie Avocadocreme. Dazu gibt es eine getrüffelte Selleriesuppe mit Croutons.
Und spätestens jetzt spielt Austrian für mich eine seiner größten Stärken aus: Beide Gerichte sind wunderschön angerichtet und schmecken mindestens genauso gut, wie sie aussehen. Besonders die Kombination aus Schaffrischkäse, Rüben und Avocadocreme gefällt mir richtig gut. Wenn bereits der Auftakt auf diesem Niveau beginnt, bin ich schon gespannt was der Hauptgang bereit hält.
Kalbsmedaillons als Hauptgang
Bei der Hauptspeise stehen drei Gerichte zur Auswahl: gebratene Kalbsmedaillons, gebackener Kabeljau oder hausgemachte Ricotta-Mezzaluna.
Meine Wahl fällt auf die gebratenen Kalbsmedaillons mit Maispüree. Serviert werden dazu unter anderem grüne Bohnen und Erbsen sowie ein Stück gegrillter Mais und eine Sauce. Mein Flugbegleiter empfiehlt mir dazu einen passenden Rotwein – eine Empfehlung, der ich nach den bisherigen Erfahrungen gerne folge.
Auch optisch macht der Hauptgang wieder richtig etwas her. Statt des typischen Eindrucks eines Flugzeugessens wirkt das Gericht auch bei der Präsentation erstaunlich nah an dem, was ich in einem Restaurant erwarten würde.
Geschmacklich gefällt mir das Gericht ebenfalls gut, ganz an das Niveau der Vorspeise kommt der Hauptgang für mich allerdings nicht heran. Die Kalbsmedaillons sind für meinen Geschmack etwas zu trocken. Das ist schade, schmälert den insgesamt sehr guten Eindruck des Menüs aber nur wenig.
Dessert & Wiener Kaffeehausservice
Zum Abschluss stellt sich für mich eigentlich nur noch eine Frage: Käse oder Dessert? Neben einer Käsevariation und frischen Früchten steht ein weißes Schokoladenmousse mit Mango auf der Karte. Wer mich kennt, kann sich meine Entscheidung vermutlich schon denken. Natürlich wird es das Dessert.
Auch hier enttäuscht Austrian nicht. Das weiße Schokoladenmousse bildet einen wunderbar süßen Abschluss des Menüs. Dazu wird mir eine Beerenauslese empfohlen, die hervorragend zum Dessert passt.
Doch damit ist das kulinarische Erlebnis in der Austrian Business Class noch lange nicht beendet. Denn jetzt folgt etwas, worauf ich mich besonders gefreut habe: der Wiener Kaffeehausservice.
Allein die Auswahl ist für ein Flugzeug bemerkenswert. Acht verschiedene Kaffeespezialitäten stehen auf der Karte. Ich entscheide mich für einen Einspänner – einen doppelten Espresso mit Schlagobers und Staubzucker.
Und spätestens als der Einspänner im Glas vor mir steht, daneben die Beerenauslese und das Dessert, fühlt sich die Austrian Business Class tatsächlich ein kleines bisschen wie ein Wiener Kaffeehaus über den Wolken an.
Genau darin liegt für mich eine der großen Stärken von Austrian. Es geht nicht nur darum, hochwertiges Essen in der Business Class zu servieren. Mit DO & CO, Flying Chef, österreichischen Weinen und dem Wiener Kaffeehausservice entsteht ein kulinarisches Erlebnis, das eine eigene Identität besitzt und hervorragend zur Fluggesellschaft und ihrer Herkunft passt.
Schlafkomfort in der Austrian Boeing 787 Business Class
Nach mehr als zwei Stunden endet schließlich mein Mittagessen. Mehr als satt und rundum zufrieden lehne ich mich zurück. Nach so viel Essen, Wein und Kaffee wird es jetzt höchste Zeit, den Super Diamond Sitz einmal in die Liegeposition zu bringen und herauszufinden, ob die Austrian Boeing 787 Business Class beim Schlafkomfort genauso überzeugen kann wie bei der Verpflegung.
Mit wenigen Handgriffen lässt sich der Sitz in ein vollständig flaches Bett verwandeln. Eine zusätzliche Matratzenauflage gibt es bei Austrian zwar nicht, auf diesem Tagesflug stört mich das allerdings kaum. Decke und Kissen fühlen sich angenehm weich an und gerade das große, flauschige Kissen gefällt mir richtig gut.
Auch hier zeigt sich für mich wieder, warum ich den Super Diamond so gerne mag. In der Liegeposition steht ausreichend Platz zur Verfügung und gleichzeitig bietet der Sitz für mich genau das richtige Maß an Privatsphäre. Durch die seitlichen Wände entsteht ein angenehm geschützter persönlicher Bereich, ohne dass man sich dabei komplett von der restlichen Kabine abgekapselt fühlt. Gerade diesen offenen Blick in die Kabine mag ich persönlich sehr – und genau deshalb gehört der Super Diamond für mich bis heute zu meinen liebsten Business-Class-Sitzen.
Mit Schlafmaske und Ohrstöpseln ausgestattet mache ich es mir schließlich gemütlich. Und tatsächlich kann ich rund zwei Stunden richtig schlafen und anschließend noch eine ganze Weile dösen. Insgesamt komme ich damit auf ungefähr drei Stunden Schlaf – für einen Tagesflug über den Atlantik ein ziemlich gutes Ergebnis.
Den restlichen Flug verbringe ich mit einem weiteren Film und genieße zwischendurch einfach den Blick aus den großen Fenstern des Dreamliners. Auch die Crew bleibt während des Fluges aufmerksam und fragt regelmäßig nach weiteren Getränkewünschen. Praktisch finde ich außerdem, dass in der Galley jederzeit kleine Wasserflaschen zur Selbstbedienung bereitstehen.
Zweiter Service vor der Landung in Chicago
Einige Zeit vor der Landung wird es dann noch einmal kulinarisch – und Austrian schafft es tatsächlich, mich ein zweites Mal zu überraschen.
Zum Wachwerden wird zunächst ein Energy Shot aus Apfel, Limette, Ingwer und Minze serviert. Anschließend folgt eine zweite Mahlzeit. Zur Auswahl stehen Pasta mit Short-Rib-Bolognese-Ragout oder eine vegetarische Alternative mit Kartoffeln, Rieslingkraut und Paprikasauce. Dazu werden ein Bauernsalat und ein Schokoladenkuchen serviert.
Ich entscheide mich für die Pasta mit Short-Rib-Bolognese – und damit für eines der größten kulinarischen Highlights des gesamten Fluges.
Vielleicht klingt das für ein Pastagericht im Flugzeug etwas überschwänglich, aber ich kann mich nicht daran erinnern, an Bord jemals eine derart gute Pasta gegessen zu haben. Sie ist wunderbar saftig, intensiv im Geschmack und das geschmorte Short-Rib-Ragout passt hervorragend dazu.
Tatsächlich erinnert mich das Gericht sogar an einige der besten Pasta-Gerichte unserer letzten Reise durch Apulien. Und ein größeres Kompliment kann ich einer Pasta, die auf rund 10.000 Metern Höhe serviert wird, eigentlich kaum machen.
Nach dem ohnehin schon hervorragenden ersten Menü ist das noch einmal ein fantastischer kulinarischer Abschluss dieses Fluges. Austrian und DO & CO haben meine hohen Erwartungen an die Verpflegung damit nicht nur erfüllt, sondern an einigen Stellen sogar übertroffen.
Ankunft in Chicago
Während draußen langsam wieder Land in Sicht kommt, beginnt auch in der Kabine die Vorbereitung auf die Landung. Wenig später setzt unser Dreamliner am Chicago O’Hare International Airport auf.
Damit endet für mich ein rund zehnstündiger Flug, bei dem vor allem eines hängen bleibt: Austrian schafft es, einem Business-Class-Produkt, das ursprünglich überhaupt nicht für die Airline entwickelt wurde, erstaunlich viel eigenen Charakter zu verleihen.
Für mich geht die Reise von Chicago noch weiter nach Toronto – diesmal mit Air Canada. Und Chicago ist natürlich eines der wichtigsten Drehkreuze von United Airlines. Falls du wissen möchtest, wie sich deren Langstreckenprodukt im Vergleich schlägt: Hier geht’s zu meinem Review der United Polaris Business Class in der Boeing 767 von Chicago nach Zürich.
Fazit: Wie gut ist die Austrian Boeing 787 Business Class?
Mit ziemlich hohen Erwartungen bin ich in Wien in den Dreamliner gestiegen – und nach rund neun Stunden in Chicago wieder ausgestiegen. Gerade beim Service und bei der Kulinarik hatte ich mir von Austrian einiges versprochen. Und genau hier hat mich die Austrian Boeing 787 Business Class am Ende am meisten überzeugt.
Dabei ist das eigentliche Business-Class-Produkt noch nicht einmal speziell für Austrian entwickelt worden. Mit dem Super Diamond hat die Airline vielmehr einen Sitz übernommen, der bereits zuvor in den Dreamlinern verbaut war. Für mich ist das allerdings alles andere als ein Nachteil. Der Sitz gehört nach wie vor zu meinen Lieblingsprodukten in der Business Class: viel Platz, direkter Zugang zum Gang, eine bequeme Liegefläche und genau das richtige Maß an Privatsphäre, ohne sich vollständig von der Kabine abzukapseln. Auch nach mehreren Stunden habe ich mich hier ausgesprochen wohlgefühlt und konnte auf dem Tagesflug sogar einige Stunden schlafen.
Bei den Annehmlichkeiten gibt es sicherlich luxuriösere Produkte. Das Amenity Kit ist eher basic und eine zusätzliche Matratzenauflage wird nicht angeboten. Beides hat mein Flugerlebnis allerdings kaum beeinträchtigt. Kissen und Decke sind angenehm, das Entertainment überzeugt und vor allem die aufmerksame Crew trägt viel dazu bei, dass man sich an Bord schnell wohlfühlt.
Das eigentliche Highlight ist für mich ohnehin die Verpflegung. DO & CO, der Flying Chef, die Präsentation direkt vom Servierwagen, österreichische Weine und schließlich der Wiener Kaffeehausservice geben Austrian eine eigene Identität. Von der hervorragend angerichteten Vorspeise über den Einspänner bis hin zur überraschend fantastischen Pasta vor der Landung hatte ich mehrfach eher das Gefühl, in einem guten Restaurant zu essen als an Bord eines Flugzeugs zu sitzen.
Und genau darin liegt für mich die Stärke dieses Produkts. Austrian hat vielleicht nicht die neueste Business-Class-Kabine innerhalb der Lufthansa Group, schafft es aber mit persönlichem Service, österreichischem Charme und einer außergewöhnlich guten Kulinarik, aus dem übernommenen Hardproduct ein ganz eigenes Reiseerlebnis zu machen.
Würde ich die Austrian Boeing 787 Business Class wieder buchen? Ganz klar: ja. Gerade wenn Preis oder Meilenverfügbarkeit passen, wäre Austrian für mich auch zukünftig eine meiner bevorzugten Möglichkeiten für einen Business-Class-Flug über den Atlantik.
Und meine Frage vom Beginn der Reise, ob Austrian seine Stärken auch auf der Langstrecke ausspielen kann, ist nach diesem Flug ebenfalls beantwortet: Ja – und beim Genuss für mich sogar ganz besonders.
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