Kurz bevor sich das Sammeljahr bei Miles & More dem Ende neigt, machen sich viele Vielflieger noch einmal auf den Weg, um die letzten fehlenden Qualifying Points für den Statuserhalt oder das nächste Statuslevel zu sammeln. Gerade seit der Einführung des neuen Punktesystems bei Miles & More haben sich Flüge mit der Eurowings Business Class nach Abu Dhabi und Dubai dabei als besonders attraktiver Status Run etabliert.
Ich selbst bin zwar schon einmal mit der Eurowings Business Class nach Mailand geflogen, dennoch war ich neugierig, was die Eurowings Business Class auf dem Flug nach Abu Dhabi hinsichtlich Service, Sitzkomfort und Reiseerlebnis zu bieten hat. Und vor allem: Lohnt sich die Eurowings Business Class auch dann, wenn es nicht nur um einen Status Run und die Qualifying Points bei Miles & More geht?
Gerade im Winter sind Dubai und Abu Dhabi perfekte Reiseziele, um dem kalten und ungemütlichen Wetter in Deutschland für ein paar Tage zu entfliehen. Doch kann Eurowings dabei tatsächlich eine Alternative zu Etihad und den etablierten Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten sein? Genau das wollte ich auf meinem Flug nach Abu Dhabi herausfinden.
Inhaltsverzeichnis
Eurowings Business Class nach Abu Dhabi im Video
Du möchtest dir selbst ein Bild von der Eurowings Business Class und dem Status Run nach Abu Dhabi machen? Im Video nehme ich dich mit auf die gesamte Reise und zeige dir, was dich an Bord hinsichtlich Sitzkomfort, Service und Verpflegung erwartet – und natürlich, ob sich der Eurowings Status Run am Ende wirklich gelohnt hat.
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Mehr InformationenWarum eignet sich Eurowings nach Abu Dhabi für einen Status Run?
Mein Eurowings Flug nach Abu Dhabi steht stellvertretend für die zahlreichen Verbindungen, die Eurowings mittlerweile vor allem während der Wintermonate in den Nahen Osten anbietet. Neben Abu Dhabi und Dubai stehen dabei beispielsweise auch Ziele wie Amman oder Jeddah im Flugplan und das Flughäfen wie Berlin, Köln, Stuttgart, Hannover und Düsseldorf.
Für Statussammler bei Miles & More sind diese Verbindungen besonders interessant. Der Grund dafür liegt im neuen Punktesystem und der damit verbundenen Zoneneinteilung. Flüge zwischen Europa und der Region Naher Osten werden bei Miles & More als interkontinentale Flüge gewertet. In der Eurowings BIZclass erhältst du deshalb pro Strecke 200 Points und 200 Qualifying Points für deinen Miles & More Status.
Spannend wird das Ganze vor allem in Verbindung mit den vergleichsweise günstigen Preisen der Eurowings Business Class. Mit etwas Glück lassen sich einzelne Strecken nach Abu Dhabi oder Dubai bereits für etwa 450 bis 550 Euro buchen. Für einen Hin- und Rückflug kannst du somit 400 Points und 400 Qualifying Points sammeln – und damit auf einer einzigen Reise einen erheblichen Teil der benötigten Punkte für den Frequent Traveller oder Senator Status erreichen.
Genau diese Kombination aus vergleichsweise günstigen Business-Class-Tickets und einer hohen Anzahl an Qualifying Points macht die Eurowings Flüge in den Nahen Osten zu einem interessantenMiles & More Status Run.
Eurowings Status Run nach Abu Dhabi auf einen Blick
Saisonal ab Winterflugplan
Berlin → Abu Dhabi
Eurowings BIZclass
200 Points + 200 QP je Strecke 400 Points + 400 QP Return
Tickets ab ca. 450–550 € je Strecke
Eurowings Lounge: Flughafen BER Lounge Tegel
Da ich mit Lufthansa in Frankfurt gestartet und am Flughafen BER angekommen bin, wollte ich die Zeit bis zu meinem Weiterflug nach Abu Dhabi eigentlich in der Lufthansa Lounge verbringen. Das wäre schließlich die naheliegendste Wahl gewesen. Allerdings schließt diese samstags bereits um 20:30 Uhr – bei einem Abflug mit Eurowings um 22:30 Uhr also etwas zu früh.
Glück im Unglück: In unmittelbarer Nähe befindet sich die BER Lounge Tegel, die an diesem Abend noch bis 21 Uhr geöffnet hatte. So konnte ich zumindest einen Teil der Wartezeit dort verbringen und mir vor dem Abflug noch ein kleines Abendessen zusammenstellen.
Glück im Unglück: In unmittelbarer Nähe befindet sich die BER Lounge Tegel, die täglich von 5:00 bis 21:00 Uhr geöffnet ist. Die Lounge liegt im Sicherheitsbereich von Terminal 1 gegenüber von Gate B17 und damit nur wenige Schritte von der Lufthansa Lounge entfernt.
Die Lounge selbst hat mich durchaus positiv überrascht. Viel Holz, warme Farben und eine gedämpfte Beleuchtung sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Neben klassischen Sitzbereichen gibt es auch größere Tische zum Arbeiten oder Essen sowie ruhigere Bereiche zum Entspannen. Einige Details sollen dabei bewusst an den ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel erinnern.
Auch das Angebot an Speisen und Getränken konnte sich für einen kurzen Aufenthalt sehen lassen. Am Buffet standen verschiedene warme und kalte Gerichte sowie Desserts zur Auswahl, darunter auch vegetarische und vegane Optionen. Dazu gibt es eine Selbstbedienungsbar mit Wein, Bier, Spirituosen und alkoholfreien Getränken. So konnte ich mir vor dem Abflug zumindest noch ein kleines Abendessen zusammenstellen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, findet in der Lounge außerdem Duschen, welche kostenlos sind. Allerdings musst du ein Handtuch „kaufen“.
Besonders praktisch: Die BER Lounge Tegel gehört zum Priority Pass Netzwerk. Zugang erhältst du somit beispielsweise mit dem Priority Pass der American Express Platinum Card. Alternativ steht die Lounge auch Selbstzahlern offen; aktuell kostet der Zugang vor Ort 36 Euro.
Wichtig bei Flügen nach Abu Dhabi oder Dubai: Die Lounge befindet sich im Schengen-Bereich. Für einen anschließenden Non-Schengen-Flug musst du danach noch durch die Passkontrolle. Entsprechend solltest du für den Weg zum Gate etwas zusätzliche Zeit einplanen.
Boarding für den Eurowings Flug nach Abu Dhabi
Kurz nachdem die Lounge schließt, mache ich mich auf den Weg durch die Passkontrolle und suche mir einen freien Sitzplatz in der Nähe des Gates. Dabei fällt mir auf, wie unterschiedlich das Publikum auf diesem Flug nach Abu Dhabi ist.
Tatsächlich sind deutlich mehr klassische Urlauber dabei, als ich erwartet hätte – darunter auch viele Familien mit kleinen Kindern, die dem deutschen Winter vermutlich für ein paar Tage entfliehen wollen. Auf der anderen Seite stehen die „Statusjäger“, die sich ziemlich leicht erkennen lassen. Spätestens der eine oder andere rote Miles & More Kofferanhänger verrät, dass Abu Dhabi für einige Passagiere an diesem Abend wohl weniger Urlaubsziel als Mittel zum Zweck ist.
Wie viele davon tatsächlich nur wegen der Qualifying Points nach Abu Dhabi fliegen, wird mir allerdings erst einige Stunden später bewusst. Denn bei der Ankunft werde ich nicht schlecht staunen, wie viele der Passagiere gemeinsam mit mir direkt wieder den Rückflug nach Deutschland antreten.
- Flugzeug: Airbus A320neo
- Auslieferung: 15.02.2023
- Taufname: –
- Reg.: D-AENH
- Sitzplatz: 6A
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Kabine und Sitz der Eurowings Business Class
Eurowings setzt auf den Strecken in den Nahen Osten die gleichen Airbus A320neo ein, die dich sonst auch zu zahlreichen Zielen rund um das Mittelmeer bringen. Entsprechend solltest du trotz einer Flugzeit von mehreren Stunden keine klassische Langstrecken-Business-Class mit breiten Sesseln oder einem Lie-flat-Sitz erwarten. Zwar hat Eurowings mittlerweile in allen Airbus A320neo die neuen Premium BIZ Seats eingebaut, diese befinden sich allerdings lediglich in der ersten Reihe und sind ein separates Produkt.
In der regulären Eurowings BIZclass kommen die bekannten Sitze des italienischen Herstellers Geven zum Einsatz, die du in ähnlicher Form auch aus den neueren Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen der Lufthansa Group kennst. Dabei bleibt der Mittelsitz frei, sodass du zumindest etwas mehr persönlichen Freiraum hast.
Der Sitzkomfort ist durchaus ordentlich und auch der Abstand zum Vordersitz geht für mich in Ordnung. In den vorderen Reihen bis zum Notausgang lässt sich zudem die Rückenlehne neigen. Auf den längeren Flügen in den Nahen Osten stattet Eurowings die Sitze zusätzlich mit einem Nackenkissen aus – eine kleine, aber durchaus angenehme Ergänzung auf einem mehrstündigen Flug.
Weniger zeitgemäß finde ich dagegen, dass es am Sitz keine Steckdose gibt. Gerade auf einem längeren Flug nach Abu Dhabi oder Dubai sollte eine Möglichkeit zum Laden von Smartphone, Tablet oder Laptop meiner Meinung nach selbstverständlich sein.
Positiv aufgefallen sind mir hingegen die neuen und deutlich größeren Gepäckfächer des Airbus A320neo. Kabinentrolleys lassen sich hier hochkant verstauen, wodurch wesentlich mehr Handgepäck Platz findet – gerade bei einem gut gebuchten Ferienflug ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Der Service an Bord
Mit rund zehn Minuten Verspätung verlassen wir den Flughafen BER und machen uns auf den Weg in Richtung Abu Dhabi. Kurz hinter der polnischen Grenze erreichen wir unsere Reiseflughöhe, das Kabinenlicht wird wieder eingeschaltet und der Service beginnt.
Zunächst erklärt einer der Flugbegleiter, wie das Servicekonzept auf unserem heutigen Flug aussieht, während ich parallel einen ersten Blick in das Wings Bistro Menü werfe. Als Gast der Eurowings BIZclass kannst du während des Fluges frei aus dem angebotenen Speisen- und Getränkesortiment wählen. Auf den längeren Flügen in den Nahen Osten wird das Angebot zusätzlich um eine warme Mahlzeit ergänzt.
Bevor es mit Getränken und Essen losgeht, werden zunächst heiße Tücher verteilt. Sicherlich nur eine Kleinigkeit, aber eine Geste, die ich persönlich sehr schätze und die dem Service zumindest einen kleinen Hauch klassischer Business Class verleiht.
Wenig später verteilen die Flugbegleiter das Abendessen und servieren die ersten Getränke. Bei den warmen Hauptgerichten stehen Gnocchi in Arrabbiata-Sauce oder alternativ Hähnchen mit Reis zur Auswahl. Zum Dessert wird eine Vanillecreme mit Aprikosenkompott gereicht.
Die Präsentation erinnert mich zwar eher an ein klassisches Economy-Class-Essen auf der Langstrecke als an eine Business Class, wirklich beschweren möchte ich mich darüber aber nicht. Ganz im Gegenteil: Für die Eurowings BIZclass hatte ich ehrlich gesagt deutlich weniger erwartet. Geschmacklich war das Essen ebenfalls vollkommen in Ordnung und für einen späten Abflug nach Abu Dhabi mehr als ausreichend.
Nachdem das Geschirr abgeräumt wurde, folgt wenig später noch eine zweite Servicerunde. Erneut werden Snacks und Getränke angeboten – wobei „angeboten“ es eigentlich nicht ganz trifft. Die Crew drängt einen auf ausgesprochen sympathische Art geradezu dazu, sich noch etwas aus dem Wings Bistro Menü auszusuchen.
Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen und entscheide mich für ein Tonic und eine Portion Chips. Überhaupt hinterlässt die Crew auf diesem Flug einen sehr aufmerksamen und herzlichen Eindruck und sorgt dafür, dass sich die Eurowings BIZclass zumindest beim Service ein Stück weit mehr nach Business Class anfühlt.
Währenddessen mache ich es mir so bequem wie möglich und schaue einen Film, den ich vorsorglich bereits vor dem Abflug heruntergeladen habe. Denn WLAN wird an Bord der Airbus A320neo nicht angeboten. Gerade auf einem mehrstündigen Flug nach Abu Dhabi ist das durchaus ein Nachteil – entsprechend solltest du Filme, Serien oder andere Unterhaltung am besten bereits vor dem Abflug auf dein Smartphone oder Tablet laden.
Rund zwei Stunden nach unserem Start befinden wir uns kurz hinter Varna über dem Schwarzen Meer. Das Kabinenlicht wird wieder gedimmt und langsam kehrt etwas Ruhe ein. Auch ich versuche, es mir auf meinem Sitz so bequem wie möglich zu machen und zumindest ein wenig zu schlafen.
Für einen kleinen zusätzlichen Komfortgewinn liegt auf jedem Sitz ein Kissen bereit. Natürlich ersetzt das weder einen großzügigen Business-Class-Sessel noch einen Lie-flat-Sitz, macht es auf dem Nachtflug aber zumindest etwas angenehmer. Am Ende bleibt es eben ein klassischer Kurz- und Mittelstreckensitz – und entsprechend begrenzt sind die Möglichkeiten, eine wirklich bequeme Schlafposition zu finden.
Als die Sonne langsam aufgeht, befinden wir uns bereits über dem Persischen Golf und haben Kuwait City hinter uns gelassen. Bis Abu Dhabi liegt noch gut eine Stunde Flugzeit vor uns. In der Kabine beginnt langsam wieder das Leben und schon bald zieht der wohltuende Duft von frischem Kaffee durch die Reihen.
Die Flugbegleiter verteilen an die bereits wachen Passagiere belegte Brötchen und Getränke. Nach der kurzen Nacht hält sich mein Hunger allerdings in Grenzen und so reichen mir eine Flasche Wasser und ein Kaffee, um langsam wieder munter zu werden.
Während draußen die Sonne über dem Persischen Golf immer höher steigt, bereiten wir uns langsam auf die Landung in Abu Dhabi vor.
Pünktlich um halb acht setzen wir auf der Landebahn des Flughafens Abu Dhabi auf und rollen noch einige Minuten bis zu unserem Gate. Meine letzte Landung in Abu Dhabi ist mittlerweile einige Jahre her. Damals kam ich mit Etihad aus Tokio und ausgerechnet an diesem Abend wurde die Insolvenz von Air Berlin bekanntgegeben. Eine Reise, an die ich mich deshalb bis heute ziemlich gut erinnern kann.
Seitdem hat sich hier einiges verändert. Mit dem neuen Terminal präsentiert sich der Flughafen Abu Dhabi heute deutlich moderner und großzügiger als bei meinem letzten Besuch.
Damit mein kurzer Ausflug nach Abu Dhabi nicht ausschließlich aus Hin- und Rückflug besteht, reise ich zunächst ganz regulär in die Vereinigten Arabischen Emirate ein und nehme mir ein Taxi in Richtung Marina. Der Plan ist denkbar einfach: ein Kaffee in der Morgensonne, ein bisschen Wärme genießen und anschließend wieder zurück zum Flughafen.
Ganz so entspannt funktioniert das an diesem Morgen allerdings nicht. Aufgrund des Formel-1-Rennens sind rund um die Marina zahlreiche Bereiche abgesperrt und mein kleiner Ausflug fällt deutlich kürzer aus als gedacht. Also geht es früher als geplant zurück zum Flughafen – und damit zur nächsten Station meines Status Runs: der Pearl Lounge.
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The Pearl Lounge Abu Dhabi mit Priority Pass
Zurück am Flughafen geht es nach der Sicherheitskontrolle in die Pearl Lounge, die sich im Terminal A in der Nähe von Gate D43 befindet. Die Lounge ist rund um die Uhr geöffnet und gehört zum Priority Pass Netzwerk – für mich also die perfekte Gelegenheit, die Zeit bis zu meinem Rückflug nach Berlin etwas angenehmer zu verbringen. Mit Priority Pass ist der Aufenthalt auf maximal drei Stunden begrenzt.
Schon beim ersten Eindruck gefällt mir die Lounge ausgesprochen gut. Statt eines abgeschlossenen Raumes erwartet dich ein großer, teilweise offen gestalteter Bereich, der sich harmonisch in die spektakuläre Architektur des neuen Terminals einfügt. Hohe Decken, viel Tageslicht und zahlreiche unterschiedliche Sitzgruppen sorgen für ein überraschend luftiges Raumgefühl. Mit einer Fläche von knapp 3.900 Quadratmetern gehört die Pearl Lounge zudem zu den größeren Airport Lounges und bietet Platz für mehrere hundert Gäste.
Auch kulinarisch ist die Auswahl ordentlich. Am Buffet werden über den Tag verteilt warme und kalte internationale sowie lokale Speisen angeboten, dazu gibt es vegetarische Optionen sowie alkoholische und alkoholfreie Getränke. Für einen kurzen Zwischenstopp reicht das Angebot meiner Meinung nach vollkommen aus – insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Zugang auch über Priority Pass möglich ist.
Für mich ist an diesem Morgen allerdings noch etwas anderes wichtiger: eine Dusche. Nach dem Nachtflug aus Berlin und meinem kurzen Ausflug nach Abu Dhabi kommt die Gelegenheit, mich vor dem Rückflug noch einmal frisch zu machen, wie gerufen. Die Pearl Lounge verfügt über mehrere separate Duschräume, die sich an der Rezeption reservieren lassen. Handtücher sowie Pflegeprodukte wie Shampoo und Duschgel werden bereitgestellt.
Frisch geduscht suche ich mir anschließend noch einen freien Platz im offenen Bereich der Lounge – und muss ein wenig schmunzeln. Denn tatsächlich entdecke ich hier etliche bekannte Gesichter von meinem Hinflug nach Abu Dhabi wieder. Meine Vermutung vom Boarding in Berlin bestätigt sich also: Ich bin bei Weitem nicht der Einzige, der an diesem Wochenende hauptsächlich wegen der Qualifying Points in die Emirate geflogen ist.
Mit einem der Mitreisenden komme ich schließlich ins Gespräch. Für ihn ist der Rückflug nach Deutschland sogar der letzte noch fehlende Flug auf dem Weg zum HON Circle Status. Schon irgendwie witzig, auf einem solchen Status Run so viele Gleichgesinnte zu treffen – und gleichzeitig zu sehen, welche Geschichten und Ziele hinter diesen eigentlich ziemlich verrückten Reisen stecken.
Rückflug nach Berlin
Kurz nach 11 Uhr heißt es schließlich wieder Abschied nehmen von Abu Dhabi und es geht zurück nach Berlin. Von der Pearl Lounge bis zum Gate solltest du allerdings ein paar Minuten Fußweg einplanen – in meinem Fall waren es gut zehn Minuten. Am Flughafen Abu Dhabi befinden sich die Gates in voneinander abgetrennten Wartebereichen mit zahlreichen Sitzmöglichkeiten.
Ohne große Wartezeit beginnt auch schon das Boarding für den Rückflug nach Berlin. Dieses Mal habe ich mir einen Platz auf der rechten Seite des Airbus A320neo ausgesucht. Im Vergleich zum Hinflug ist die Maschine deutlich schwächer gebucht – und als schließlich „Boarding completed“ durch die Kabine ertönt, freue ich mich umso mehr: Die komplette Sitzreihe bleibt frei und ich kann es mir auf allen drei Plätzen bequem machen.
Nach der kurzen Nacht und den wenigen Stunden in Abu Dhabi kommt mir der zusätzliche Platz durchaus gelegen. Fast schon ein kleines Upgrade innerhalb der Eurowings BIZclass.
Pünktlich verlassen wir Abu Dhabi und kurz nach dem Start bietet sich aus dem Fenster noch einmal ein letzter Blick auf die endlose Wüstenlandschaft der Emirate. Nach einer Nacht im Flugzeug, einem kurzen Abstecher in die Stadt und einer erfrischenden Dusche in der Pearl Lounge liegen nun wieder rund sechs Stunden Flugzeit vor mir.
Etwa eine halbe Stunde nachdem wir unsere Parkposition verlassen haben, erreichen wir unsere Reiseflughöhe und die Crew beginnt mit dem Service. Zunächst wird wieder ein heißes Tuch verteilt, wenig später folgt ein Becher Orangensaft als kleiner Welcome Drink – ebenfalls eine nette Geste, mit der ich bei Eurowings ehrlich gesagt nicht unbedingt gerechnet hätte.
Wie schon auf dem Hinflug erhalten Gäste der Eurowings BIZclass anschließend eine warme Mahlzeit. Zur Auswahl stehen diesmal Ravioli mit vegetarischer Füllung oder Hühnchen mit Kartoffelpüree und Karottengemüse, dazu wird ein Dessert serviert. Optisch bleibt das Ganze zwar weiterhin eher zweckmäßig und erinnert mehr an ein Economy-Class-Menü, geschmacklich kann ich mich aber auch auf dem Rückflug nicht beschweren.
Und die Crew bleibt ihrem großzügigen Servicekonzept treu. Nach dem Essen darf ich mir noch etwas aus dem Wings Bistro aussuchen und entscheide mich für einen süßen und einen salzigen Snack. Auch während der folgenden Stunden kommen die Flugbegleiter immer wieder proaktiv durch die Kabine und bieten Getränke an – ein Service, der mir auf beiden Flügen wirklich positiv aufgefallen ist.
Die restliche Flugzeit verbringe ich damit, noch etwas Schlaf aus der vergangenen Nacht nachzuholen und ein paar Seiten in meinem Buch zu lesen. Mit einer kompletten Sitzreihe für mich lässt es sich diesmal sogar erstaunlich bequem aushalten und so vergehen die Stunden bis Berlin schneller als gedacht.
Am frühen Abend landen wir schließlich wieder am Flughafen BER. Als ich wenig später unseren Airbus A320neo im letzten Licht des Tages am Gate stehen sehe, liegen zwei Flüge, rund zwölf Stunden in der Eurowings BIZclass, ein sehr kurzer Besuch in Abu Dhabi und vor allem 400 neue Points und Qualifying Points hinter mir.
Ein ziemlich ungewöhnlicher Wochenendausflug – aber vermutlich genau das, was man sich unter einem echten Status Run vorstellen darf.
Fazit: Lohnt sich die Eurowings Business Class nach Abu Dhabi?
Nach insgesamt rund zwölf Stunden in der Eurowings BIZclass fällt mein Fazit überraschend positiv aus. Natürlich darf man das Produkt nicht mit einer klassischen Langstrecken-Business-Class von Etihad, Emirates oder Qatar Airways vergleichen. Das sollte allerdings auch niemand erwarten, der sich vor der Buchung ein wenig mit dem Produkt beschäftigt hat. Eurowings setzt auf diesen Strecken einen Airbus A320neo mit einem klassischen Kurz- und Mittelstreckensitz ein – und genau das bekommt man am Ende auch.
Die viel spannendere Frage ist deshalb für mich: Kann man sechs Stunden in diesem Sitz vernünftig nach Abu Dhabi fliegen? Und ja, das kann man durchaus. Es ist sicherlich nicht die bequemste Art, in den Nahen Osten zu reisen, aber mit freiem Mittelsitz, etwas mehr Platz und dem zusätzlichen Kissen lässt es sich durchaus aushalten. Lediglich fehlendes WLAN und die nicht vorhandenen Steckdosen sind für mich auf einem mehrstündigen Flug zwei echte Schwachpunkte.
Positiv überrascht hat mich dagegen der Service. Eine warme Mahlzeit, heiße Tücher, ein kleiner Welcome Drink, die freie Auswahl aus dem Wings Bistro und vor allem eine Crew, die während des Fluges immer wieder proaktiv Getränke und Snacks anbietet – damit hatte ich in dieser Form ehrlich gesagt nicht gerechnet. Besonders die Freundlichkeit und Aufmerksamkeit der Flugbegleiter ist mir auf beiden Flügen positiv in Erinnerung geblieben.
Und dann ist da natürlich noch der Preis. Wenn sich eine Strecke in der Eurowings BIZclass für etwa 450 bis 550 Euro buchen lässt, relativiert das den fehlenden Langstreckenkomfort für mich deutlich. Für diesen Preis bekomme ich ein insgesamt solides Business-Class-Produkt und sammle gleichzeitig 200 Points und 200 Qualifying Points pro Strecke bei Miles & More. Als Status Run ist die Rechnung deshalb ziemlich überzeugend.
Fünfmal im Monat würde ich diese Strecke trotzdem nicht fliegen wollen. Ein- oder zweimal im Jahr sieht die Sache für mich aber ganz anders aus. Gerade während der kalten und ungemütlichen Jahreszeit in Deutschland kann ich mir die Eurowings BIZclass durchaus auch unabhängig von einem Status Run vorstellen: am Wochenende nach Abu Dhabi oder Dubai, ein paar Tage Sonne und Wärme genießen und nebenbei noch ordentlich Qualifying Points sammeln.
Genau darin liegt für mich am Ende die Stärke dieses Produkts. Die Eurowings BIZclass ist keine Konkurrenz zur Langstrecken-Business-Class der großen Golf-Airlines – will und muss sie bei diesem Preis aber auch gar nicht sein.Wer mit den richtigen Erwartungen einsteigt, bekommt für vergleichsweise wenig Geld ein überraschend ordentliches Gesamtpaket.
Würde ich es wieder machen? Definitiv. Als Status Run sowieso – aber durchaus auch für ein verlängertes Wochenende in der Sonne.
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