Mit Lufthansa City Airlines hat die Lufthansa Group eine neue Fluggesellschaft ins Leben gerufen, die seit Juni 2024 auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken unterwegs ist. Ich war neugierig: Was unterscheidet die neue Airline eigentlich von der klassischen Lufthansa? Gibt es abgesehen vom Airline-Code „VL“ und dem Namenszusatz „City“ überhaupt Unterschiede? Und was erwartet Passagiere an Bord?
Auf meiner Reise nach Süditalien hatte ich erstmals die Gelegenheit, Lufthansa City Airlines selbst zu testen. Von München ging es in der Business Class eines Airbus A320neo nach Rom. Wie komfortabel die Kabine ist, was beim Catering serviert wird und welchen Eindruck der Service hinterlassen hat, erfährst du in meinem Lufthansa City Airlines Erfahrungsbericht.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Lufthansa City Airlines und warum wurde sie gegründet?
Lufthansa City Airlines ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa Group und hat ihren Flugbetrieb am 26. Juni 2024 aufgenommen. Die neue Airline soll künftig einen wichtigen Teil des europäischen Kurz- und Mittelstreckenverkehrs übernehmen und insbesondere die Langstreckenflüge an den Lufthansa-Drehkreuzen München und Frankfurt mit Zubringerflügen versorgen.
Doch warum gründet Lufthansa dafür eine weitere Fluggesellschaft? Ein wesentlicher Grund sind die Betriebskosten. Mit einer eigenständigen Unternehmensstruktur und neuen Beschäftigungsbedingungen möchte die Lufthansa Group ihre Kurzstreckenflüge wirtschaftlicher betreiben. Gleichzeitig übernimmt Lufthansa City Airlines schrittweise Aufgaben der bisherigen Lufthansa CityLine.
Für Passagiere ändert sich auf den ersten Blick wenig. Lufthansa City Airlines ist vollständig in das Streckennetz der Lufthansa Group integriert und gehört zum Verbund der Star Alliance. Flüge lassen sich wie gewohnt über Lufthansa buchen, auch das Sammeln und Einlösen von Miles & More Meilen ist möglich. Das Bordprodukt orientiert sich ebenfalls weitgehend an der klassischen Lufthansa.
Zum Einsatz kommen vor allem Flugzeuge der Airbus-A320-Familie. Langfristig soll die Flotte durch moderne Airbus A220-300 ergänzt werden.
Miles and More Statusrun
Hamburg → München → Rom → Reggio Calabria
Business Class
120 Points + 120 QP je Strecke 120 Points + 120 QP Return
Tickets ab ca. 490–520 € Roundtrip
Buchung und Anreise
Mein erster Flug mit Lufthansa City Airlines war Teil eines sogenannten Mileage Runs, bei dem ich innerhalb von zwei Tagen insgesamt sechs Flüge absolvierte. Für das gesamte Business-Class-Ticket von Hamburg über München und Rom nach Reggio Calabria und zurück bezahlte ich gerade einmal 499 Euro und sammelte dafür 240 Qualifying Points bei Miles & More.
Los ging es mit dem ersten Lufthansa-Flug des Tages von Hamburg nach München, begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang über den Wolken. In München angekommen, hatte ich knapp zwei Stunden Zeit bis zu meinem Weiterflug mit Lufthansa City Airlines nach Rom. Einen Teil der Wartezeit verbrachte ich in der Lufthansa Business Lounge im Bereich der G-Gates.
Lufthansa Business Lounge München
Vor meinem Weiterflug nach Rom stattete ich der Lufthansa Business Lounge im Terminal 2 einen Besuch ab. Diese befindet sich eine Etage oberhalb der G-Gates und ist nach dem Scannen der Bordkarte über eine Treppe erreichbar. Wie du dir vorstellen kannst, war die Lounge am Vormittag bereits ziemlich gut besucht. Mit etwas Glück fand ich im hinteren Sitzbereich aber noch einen freien Platz.
Die Lounge präsentiert sich im typischen Lufthansa-Design und bietet neben gemütlichen Sitzbereichen auch Ruhesessel, einen separaten Essbereich sowie Arbeitsmöglichkeiten. Besonders schön finde ich den großzügigen Tageslichteinfall durch die verglaste Decke, der für eine helle und angenehme Atmosphäre sorgt.
Passend zur Jahreszeit und dem gleichzeitig stattfindenden Oktoberfest war auch das Frühstücksangebot ein wenig bayerisch angehaucht. Neben Rührei, Weißwürsten, Obatzda und Brezen gab es die klassischen Frühstücksangebote mit Joghurt, frischem Obst, Wurst- und Käseaufschnitt sowie einer großen Auswahl an Brot und Brötchen. Auch verschiedene Kaffeespezialitäten standen zur Verfügung. Insgesamt ein solides Frühstück mit einer abwechslungsreichen Auswahl.
Je nach Vielfliegerstatus stehen am Flughafen München außerdem verschiedene Lufthansa Senator Lounges und das Lufthansa Senator Café zur Verfügung, über die ich bereits in separaten Beiträgen berichtet habe.
Nach einer kurzen Stärkung machte ich mich schließlich auf den Weg zum Gate, wo bereits mein Airbus A320neo von Lufthansa City Airlines auf mich wartete.
Kabine und Sitzkomfort im Airbus A320neo
Nach Rom fliegt mich an diesem Tag ein Airbus A320neo mit dem Taufnamen „Witten“. Die Maschine wurde Anfang 2023 an Lufthansa CityLine ausgeliefert und ist seit Ende 2025 für Lufthansa City Airlines unterwegs.
Bereits beim Betreten der Kabine wird deutlich, dass das Bordprodukt nahezu identisch mit dem der klassischen Lufthansa ist. Die Business Class umfasste auf meinem Flug drei Sitzreihen mit insgesamt zwölf Plätzen, von denen acht belegt waren. Wie auf europäischen Kurzstrecken üblich, bleibt der Mittelsitz frei und bietet damit etwas mehr persönlichen Freiraum.
Verbaut sind Sitze des Herstellers Geven, die neben USB-A- und USB-C-Anschlüssen auch über klassische Steckdosen verfügen. Positiv fielen mir außerdem die großzügigen Gepäckfächer auf. Unser Airbus A320neo war mit der sogenannten Airspace-Kabine ausgestattet, deren größere Gepäckfächer es ermöglichen, Handgepäckkoffer hochkant zu verstauen.
Eine nette Aufmerksamkeit erwartete mich bereits an meinem Sitzplatz: Auf dem freien Mittelsitz lag ein kleines Kissen bereit. Kurz vor dem Start verteilte die Purserin außerdem persönlich eine kleine Wasserflasche an jeden Gast in der Business Class.
Mein erster Eindruck: Lufthansa City Airlines bietet praktisch das gleiche Hardwareprodukt wie die klassische Lufthansa. Mit dem bereitgelegten Kissen und der persönlich überreichten Wasserflasche gab es auf meinem Flug allerdings zwei kleine Annehmlichkeiten, die ich von meinen bisherigen Lufthansa-Kurzstreckenflügen so nicht kannte.
Der Service an Bord von Lufthansa City Airlines
Nach dem Start von der Südbahn des Münchner Flughafens ging es bei bestem Wetter in Richtung Süden. Bei nahezu wolkenlosem Himmel bot sich uns ein beeindruckender Blick auf die Alpen, die wir bei besten Sichtverhältnissen überquerten.
Nachdem wir unsere Reiseflughöhe erreichten, begann der Service. Zunächst wurden die Getränkewünsche aufgenommen und wenig später der Tisch eingedeckt. Eine Aufmerksamkeit, die ich so auf meinen bisherigen Flügen in der europäischen Lufthansa Business Class noch nicht erlebt hatte.
Passend zum Oktoberfest wurde auf unserem Flug ein bayerisch inspiriertes Menü serviert. Als Hauptgericht gab es Lachsforelle mit Essiggurke, Apfel-Sellerie-Salat und Meerrettichcreme. Dazu entschied ich mich für ein warmes Laugenbrötchen.
Zum Dessert wurde Bayerische Creme mit Zwetschgenragout und Pistazien gereicht. Diese hob ich mir für den Abschluss auf und bestellte dazu einen Kaffee mit Hafermilch.
Besonders positiv fiel mir während des gesamten Fluges die freundliche und motivierte Crew auf. Die Flugbegleiter waren ausgesprochen aufmerksam, erkundigten sich regelmäßig nach weiteren Getränkewünschen und sorgten mit ihrer herzlichen Art für eine angenehme Atmosphäre an Bord.
Das Catering entsprach weitgehend dem gewohnten Lufthansa-Standard. Beim Service konnte Lufthansa City Airlines auf meinem Flug allerdings punkten. Die persönliche Betreuung, das Eindecken des Tisches und die kleinen Aufmerksamkeiten machten für mich einen spürbaren Unterschied zur klassischen Lufthansa Business Class.
WLAN und Unterhaltung an Bord
Auch bei Lufthansa City Airlines steht Passagieren das bekannte Lufthansa FlyNet zur Verfügung. Über das WLAN-Angebot lassen sich während des Fluges kostenlos Nachrichten versenden. Für die weitere Internetnutzung stehen kostenpflichtige Pakete zur Auswahl.
Künftig soll zudem das leistungsfähigere Satelliteninternet von Starlink in der Lufthansa Group eingeführt werden, das deutlich höhere Bandbreiten ermöglichen soll. Ich selbst habe das WLAN auf diesem Flug allerdings nicht genutzt. Schließlich finde ich es auch mal ganz angenehm, für eine Weile nicht erreichbar zu sein. Zumal der Ausblick auf die Alpen an diesem Tag ohnehin das beste Unterhaltungsprogramm bot.
Mit wenigen Minuten Verspätung erreichen wir schließlich den Flughafen Rom-Fiumicino, der allerdings noch nicht das Endziel meiner Reise ist. Bevor ich meinen Weiterflug nach Reggio Calabria antrete, bleibt noch etwas Zeit für einen Espresso in der ITA Airways Hangar Lounge.
Fazit: Wie gut ist Lufthansa City Airlines wirklich?
Mein erster Flug mit Lufthansa City Airlines hat mich positiv überrascht. Auch wenn sich das Bordprodukt auf den ersten Blick kaum von der klassischen Lufthansa unterscheidet, waren es vor allem die kleinen Details, die diesen Flug für mich besonders angenehm gemacht haben.
Die moderne Kabine des Airbus A320neo bietet den gewohnten Komfort auf europäischen Kurzstrecken. Das Catering entsprach dem bekannten Lufthansa-Standard, während das bereitgelegte Kissen, die persönlich überreichte Wasserflasche und der mit einer Tischdecke eingedeckte Tisch für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten.
Den größten Unterschied machte für mich allerdings die Crew. Die Flugbegleiter waren ausgesprochen freundlich, motiviert und aufmerksam. Man hatte das Gefühl, dass hier Menschen arbeiten, die wirklich Freude an ihrem Beruf haben.
Ist Lufthansa City Airlines also besser als die klassische Lufthansa? Das lässt sich nach einem einzigen Flug sicherlich nicht pauschal beantworten. Das eigentliche Bordprodukt ist nahezu identisch, doch beim Service konnte die neue Lufthansa-Tochter auf meinem Flug durchaus punkten.
Für mich war Lufthansa City Airlines jedenfalls eine erfreulich positive Erfahrung, und ich würde jederzeit wieder mit ihr fliegen. Letztendlich zeigt dieser Flug einmal mehr, dass es nicht immer ein neues Sitzkonzept oder eine besonders aufwendige Ausstattung braucht, um ein gutes Flugerlebnis zu schaffen. Manchmal sind es einfach die Menschen und die kleinen Aufmerksamkeiten, die den Unterschied machen.
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